Jeder, der Kredite aufnehmen will, muss für sich selbst entscheiden, ob er/sie in der Lage ist, mit einer Verbindlichkeit über eine bestimmte Laufzeit zurecht zu kommen. Zunächst sollte man seine Einkommen- und Ausgabenstruktur genau unter die Lupe nehmen: d.h. habe ich noch genug Spielraum, um eine zusätzliche monatliche Rate in Höhe von xxx EUR zu bezahlen?
Darüber hinaus sollte auch die Entwicklung in der Zukunft betrachtet werden: d.h. sind sowieso schon zusätzliche Kosten geplant wie z.B. ein Hausbau, eine berufliche Veränderung, Umzug, Familienzuwachs, etc.
Vermutlich sind genau das wesentliche Gründe, warum man Kredite braucht. Jedoch sollte man dabei nie seine finanziellen Möglichkeiten aus dem Auge verlieren und auch in der Lage sein einmal "Nein" zu sagen.
Grundsätzlich ist ein Ratenkredit dazu gedacht, Konsumwünsche von
Privatpersonen zu finanzieren und haben damit eine mittelfristige Laufzeit
von ein bis 7 Jahre. Diese Kredite werden daher normalerweise nur an Personen
in einem angestellten Arbeitsverhältnis vergeben, nicht jedoch an Selbständige
und Unternehmen.
Die Rückzahlung erfolgt in Monatsraten und als Sicherheit dient häufig
nur das Einkommen des Kreditnehmers. Wenn es sich um nicht zweckgebundene
Kredite handelt, werden damit auch keine anderen Sicherheiten verlangt, wie
z.B. der Kfz-Brief bei Finanzierung eines Neuwagens.
Eine Hausfinanzierung dagegen ist ein langfristiges Engagement für das auch größere Sicherheiten wie z.B. eine Grundschuld, Bürgschaften, Verpfändungen, etc. vorhanden sein müssen. Je nach Höhe der Tilgung kann die Rüchzahlung einer Hausfinanzierung bis zu 30 Jahren oder länger dauern. Eine andere Form der Hausfinanzierung ist ein Bankvorausdarlehen, auch Vorfinanzierung genannt.
Der Kreditnehmer muss mindestens 18 Jahre alt sein. Es muss ein angestelltes Arbeitsverhältnis vorliegen, das schon seit mind. 6 Monaten bestand hat. An Selbständige werden oftmals keine Kredite vergeben, dafür gibt es spezielle Anbieter. Zudem darf keine negative Schufa-Auskunft vorliegen.
Gängige Laufzeiten sind 12-84 Monate, die sich je nach Bank leicht unterscheiden. Manche Banken haben Laufzeiten im 12 Monats-Rhytmus, andere auch in 6-Monats-Abständen (d.h. 12, 24, 36, 48 Monate etc. oder 12, 18, 24, 30, 36 Monate etc.)
Ähnlich verhält es sich bei der Kredithöhe, von 500 EUR bis 75.000 EUR vergeben die bekannten großen Banken ihre Kredite. Natürlich gibt es auch hier einzelne Unterschiede, z.B. vergibt die Creditplus Bank von 500 EUR bis 40.000 EUR, einen easyCredit bekommt man in der Höhe von 1.000 EUR bis 75.000 EUR.
Es gibt zwei Möglichkeiten: bei der herkömmlichen Variante hat die Bank eine Tabelle, in der sie auf Basis von Kredithöhe und Laufzeit den Zinssatz abliest. Beispiel: der Kreditwunsch des Kunden sind 10.000 EUR und 48 Monate Laufzeit, dann schaut die Bank auf die Tabelle und sucht auf der X-Achse die 10.000 EUR und auf der Y-Achse die 48 Monate. Das Ergebnis ist ein Zins von x % eff. p.a.
Die zweite Möglichkeit zieht bonitätsabhängige Zinsen heran. Das heisst, der Kunde und die Bank wissen nicht im Vorfeld, welchen Zins der Kunde bekommt. Der Zins hängt ganz allein von der Bonität des Kunden ab und wird somit für jeden Kunden auf Basis seiner Einkommens- und Vermögenslage neu berechnet. Wie das genau funktioniert lesen Sie unter Frage 10.
In den meisten Fällen wird als Sicherheit nur das Einkommen des Antragstellers herangezogen. Andere Vermögenswerte bleiben außen vor, können aber bei einer Insolvenz der Privatperson im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben gepfändet werden.
Der Begriff SCHUFA ist eine Abkürzung und steht für "Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung". Die Schufa an sich ist als Unternehmen eine Aktiengesellschaft und unterstützt andere Unternehmen bei der Kreditgewährung an Privatpersonen. Die Schufa sammelt personenbezogene Informationen über Privatpersonen und sammelt diese in einer elektronischen Datenbank, auf die andere Unternehmen wiederum zugreifen können, um Informationen über die Kreditfähigkeit ihrer Kunden zu erhalten. Dabei werden keine Daten zur Einkommens- und Vermögenslage eines Einzelnen erfasst und gespeichert, sondern Daten wie Anzahl der Girokonten, Ratenkredite und deren Rückzahlung, Rücklastschriften, Mahnbescheide, eidesstattliche Versicherungen, etc.
Die gesetzliche Widerrufsfrist beträgt zwei Wochen nach Vertragsabschluss (§ 495 Abs. 1 in Verbindung mit § 355 des BGB). Über die Widerrufsfrist wird der Kunde durch eine gesonderte Widerrufsbelehrung informiert, die er separat und zusätzlich zum Kreditvertrag unterschreiben muss.
Das heisst innerhalb der Widerrufsfrist kann der Verbraucher Kredite ohne Angabe von Gründen und weiter anfallende Kosten an die Bank zurückgeben. Wenn keine Widerrufsbelehrung durch die Bank erfolgt ist, erlischt das Recht auf Widerruf spätestens nach sechs Monaten nach Vertragsschluss.
Kredite werden in festgelegten monatlichen Raten zurückgezahlt, die sich aus Zins und Tilgung zusammensetzen. Da die Kreditsumme sich um die Bearbeitungsgebühr und ev. die Restkreditversicherung erhöht, wird dieser Bestandteil ebenso durch die Tilgung zurück gezahlt. Die 1. Rate bzw. die Schlussrate unterscheidet sich oft von den sonstigen monatlichen Raten.
Darüber hinaus besteht die Möglichkeit zu Sondertilgungen. Bei manchen Banken können Sondertilgungen jederzeit in belieber Höhe geleistet werden. Zum Beispiel bietet easyCredit an, innerhalb der ersten drei Monate nach Kreditvergabe bis zu 50% des Kreditbetrags zurück zu geben.
Einige Banken gehen mittlerweile den Weg, dass sie jedem Kunden einen indivduellen Zinssatz anbieten. Der Zinssatz wird ermittelt durch die Beurteilung verschiedener Daten wie z.B. Einnahmen / Ausgaben, Risikoprofil, Schufa-Score-Wert, etc. Daraus ergibt sich ein Bank-interner Scorewert, der auf den Basis-Zinssatz aufgeschlagen wird. Wenn eine Bank daher mit z.B. ab 5,0% eff. p.a. wirbt, heisst das nicht, dass man die 5% auch bekommt. Viel mehr kann es sein, dass zwei Kunden bei gleicher Kredithöhe und Laufzeit verschiedene Zinssätze erhalten.
Eine Umschuldung bietet sich dann an, wenn man sich auf dem Konto ein höherer negativer Saldo angesammelt hat, den man nicht einfach zurück führen kann. In diesem Fall werden Dispozinsen in nicht unbeträchtlicher Höhe, oftmals im deutlich zweistelligen Bereich fällig. Nimmt man nun einen Kredit auf zu einem günstigeren Zins, so spart man zunächst mal die Zinsdifferenz und kann die Schulden auch in verträglichen monatlichen Raten zurückzahlen.
Eine Zusammenfassung von Krediten bietet sich dann an, wenn in der Vergangenheit schon Kredite zu höheren Zinsen aufgenommen wurden, das gegenwärtige Zinsniveau aber günstigere Zinsen verspricht. Man löst dann seine bestehenden Kredite durch einen neuen, zinsgünstigeren Kredit ab.
Mit einer Restkreditversicherung sichert man Kredite gegen mögliche Risiken wie Tod, Arbeitsunfähigkeit und Arbeitslosigkeit ab. Dieser Schutz wird im Gesamtpaket oder in Teilpaketen angeboten (d.h. alles zusammen oder nur Tod oder nur Arbeitslosigkeit).
Im Falle der Arbeitslosigkeit werden die Kreditraten durch die Versicherung zurückgezahlt. Im Todesfall wird der gesamte Kreditbetrag durch die Versicherung zurückgeführt und Angehörige werden durch Kredite nicht belastet.
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| Wussten Sie das: Im Internet sind Kredite weitaus günstiger als in der Bank-Filiale. |